Einleitung zur Medienbildung

In der heutigen digitalen Welt ist es von grosser Bedeutung, dass Kinder und Jugendliche umfassende Medienkompetenzen entwickeln.
Die Medienbildung zielt darauf ab, Kindern einen kompetenten und reflektierten Umgang mit Medien zu ermöglichen, indem altersgerechte Medienangebote bereitgestellt und kreative sowie kritische Nutzungsweisen gefördert werden.

Mediennutzung im Kindesalter

Vorschulkinder

Studien zeigen, dass digitale Medien eine Rolle im Alltag spielen, jedoch Bücher weiterhin dominieren. Die Nutzung digitaler Medien scheinen bei geringer Nutzung keine grosse Auswirkungen auf das Wohlbefinden haben, jedoch einen Einfluss auf die Schlafqualität. 

Primarschulkinder (MIKE-Studie)

Die MIKE-Studie untersucht die Mediennutzung von Kindern im Alter von sechs bis dreizehn Jahren in der Schweiz. Aktivitäten wie Sport und Spielen stehen an erster Stelle, während digitale Medien eine weniger wichtige Rolle spielen. Trotz der Pandemie blieb die Mediennutzung relativ konstant.

 

Chancen und Risiken

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Elektronische Geräte sind zu einem festen Bestandteil des Lebens der meisten Kinder geworden und werden für Schularbeiten, Unterhaltung und Kommunikation genutzt. Trotz der vielen pädagogischen und sozialen Vorteile gibt es auch negative Auswirkungen, insbesondere auf den Schlaf. Kinder und Jugendliche leiden häufig unter Schlafmangel, was teilweise auf den abendlichen und nächtlichen Gebrauch von Bildschirmen zurückzuführen ist. Die Zeit, die vor Bildschirmen verbracht wird, verkürzt die Schlafdauer, und die Inhalte können die Schläfrigkeit reduzieren. Zusätzlich stört das von den Geräten ausgestrahlte blaue Licht den Schlaf.


Medienkompetenz als Schlüsselqualifikation

Medienkompetenz bedeutet das Erlernen eines reflektierten, kritischen, sachgerechten, sozialverantwortlichen und kreativen Medienumgangs.
Nach Tulodziecki (2015) und Baacke (1996) umfasst Medienkompetenz vier Dimensionen:
1. Medienkritik: Kritische Bewertung der Medien.
2. Medienkunde: Wissen über Medien und deren Funktionsweise.
3. Mediennutzung: Rezipieren und Nutzen medialer Inhalte.
4. Mediengestaltung: Erstellen eigener Medienprodukte.

Bedeutungskonstruktion bei jungen Kindern

Medienwahrnehmung erfordert einen Prozess der Bedeutungskonstruktion. Junge Kinder haben oft noch keine Vorstellung von der medialen Vermittlung.
Dies zeigt sich in ihrer Interpretation von Figuren und Szenen. Beispielsweise setzen sie reale und mediale Figuren gleich und glauben, dass Fernsehfiguren sie sehen und hören können. Kleinkinder verstehen nicht, dass Medien technische Geräte sind, wodurch sie Zeichentrick nicht als „gezeichnet“ einordnen und Bewegtbilder mit realen Personen als Liveübertragung der realen Welt wahrnehmen.

Quelle: 

NZZ, Vorlesungsfolien